Susanne Greven
„Von Schlangen und Stars“
13.10.-26.11.2006
Von Schlangen...
Im hinteren Raum der Galerie hingen bis zu 4 Meter lange „Fotoschlangen“ von der Decke. Susanne Greven hat den „Ausschuss“ ihrer Arbeiten, unbenutzte, in Vergessenheit geratene Fotos, in jahrelanger Arbeit in kleine Teile geschnitten und wie Perlen an Schnüren aufgereiht. Vergessene Namen, Personen (Geister), die sie nicht mehr zuordnen kann, Studien und Vorarbeiten, Labor- und Projektreste und unvollendete Werke ergeben einen Dschungel aus Foto-Lianen, die nicht weniger als 80% ihres Archivs, ihres „fotografischen Gedächtnisses“ beinhalten. Die „Schlangen“ ähneln geheimnisvollen Mosaiken. Jede hat ein bestimmtes Thema, das sich die Besucher durch Ertasten und Begucken selbst zusammenpuzzeln können. Eine dschungelartige Rauminstallation, eine Meditation und Handarbeit. Jedes Kunstwerk, insbesondere eine Fotografie, bündelt Zeit. Susanne Greven hat sie hier auf kleinstem Raum aufs Extremste gebündelt.
... und Stars
Im vorderen Raum hingen abfotografiere, angeeignete Bilder von „Stars“. Das ist wörtlich zu verstehen, es sind Berühmtheiten aus Musik, Kunst und Literatur. Es sind Susanne Grevens persönliche Stars, ihre biografischen Fixsterne und Begleiter. Der Hausaltar aus Celebrities besteht aus außergewöhnlichen, schönen Momenten im Leben der Prominenten. Die Auswahl und Bearbeitung der Fotos verraten den Geschmack der Künstlerin. Der Besucher kann ein Ratespiel spielen, seinen eigenen Starhimmel mit dem abgebildeten vergleichen oder Voyeur wie beim Lesen der Gala spielen, wenn er z.B. einem nackten Lars von Trier gegenübersteht.
So ergibt sich ein möglicher hochtrabender Untertitel der Ausstellung: „Vom Anfang und Ende der Fotografie“. Die „Stars“ haben Susanne Greven maßgeblich beeinflusst und sind zugleich Kopien von Kopien von Kopien. Die „Schlangen“ sind Archiv-, Gedächtnis- und Arbeits-Müll, der eben nicht im Schredder bzw. auf dem Schrotthaufen der Geschichten gelandet ist.
Susanne Greven wurde 1965 in Eschweiler geboren und studierte Freie Malerei an der FH Köln. Seit 1989 zahlreiche Ausstellungsbeteiligungen und Einzelausstellungen, u.a. in den Galerien Mosel und Tschechow (München), 68elf, Lichtblick (Köln) und bei der Art Cologne, sowie in Polen, Italien und den USA. Dazu Lehraufträge und Stipendien in den USA, Tschechien und Irland. Seit etwa Beginn dieses Jahrtausends verfolgt sie ein hochinteressantes Projekt über ihr alter ego, Agnes Rosenbaum.
Kontakt: susasardini@hotmail.com