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Peter Waterschoot

Recent & very recent photowork

Vernissage 03. März 2012, 19.30 Uhr
Ausstellungsdauer: bis zum 15.04.2012

Artist talk (Künstlergespräch): Wolfgang Zurborn

Über sich

Ich wollte immer Schriftsteller werden, doch heute bin ich Fotograf. Bereits mein literarisches Werk war ausgeprägt bildhaft; mich der Fotografie zu widmen, war also nur ein logischer Schritt.
Die Zerfallserscheinungen und die Flüchtigkeit der westlichen Zivilisation haben mich immer schon beschäftigt und zu einer eher dunklen Fotografie geführt. Sie ruft eine faule, morbide, erstickende Stimmung hervor, die zu einer Art Katharsis führen könnte. Obwohl nichts inszeniert wurde, scheinen meine Bilder in Szene gesetzt. Diese Bühne ist aber nichts ohne ein Publikum: Erst die Zuschauer ermöglichen die Szene. Meine Fotos sollen den Raum für Assoziationen und freie Gedanken schaffen.
Dafür arbeite ich immer nach einer bestimmten Methode. Ich bin stets auf der Suche nach dieser ungreifbaren dunklen Atmosphäre. Ich jage den Grenzen der Nacht nach; Ausgangspunkt ist dabei immer die flüchtige „blaue Stunde“.

Mit meiner Fotografie verfolge ich zwei Aspekte: Auf der einen Seite versuche ich, neoromantische Stimmungen und Gefühle in die Fotos zu projizieren. Auf der anderen Seite bleiben die Bilder kühl und distanziert. Dieser Gegensatz verleiht ihnen ihre ganz eigene Spannung.
Und dann gibt es noch die „begleitenden Stimmen“, die mir aus ihren Büchern zuflüstern: Tanazaki, Mishima, Brodsky, Huysmans, Wilde, Orwell und manch andere ausgezeichnete Autoren. Irgendwie ist es auch ihre Tinte, die durch mein Werk fließt, aufgelöst, aber immer noch spürbar wie Gift: verlockend, aber verräterisch.

 

Peter Waterschoot (BE), *1969
Studium der visuellen Kunst an der KASK Gent 2009
Ausstellungen:
Jan Colle gallery 2009
Second Room Ghent 2010
Emile Verhaerenmuseum 2010
Fotopension Köln 2012
44 gallery Bruges 2012

© Peter Waterschoot
© Peter Waterschoot